Zusammenfassung
Homöopathie im klinischen Umfeld unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten. Zum einen verlangt
die Schwere vieler Erkrankungen oft rasche Therapieentscheidungen. Zum anderen stehen
wir bei den meist multimedikamentös eingestellten Patienten vor besonderen Herausforderungen,
wenn z. B. die schulmedizinische Behandlung eine Symptomenarmut verursacht. Ferner
ist die klassische Homöopathie in deutschen Kliniken praktisch nicht etabliert. Deshalb
muss der behandelnde Arzt dort innerhalb beschränkter Zeit- und Energiefenster agieren.
In diesem Rahmen ist es häufig sinnvoll, den aktuellen Erkrankungen bzw. betroffenen
Organsystemen einen zentralen Stellenwert einzuräumen. Dabei haben sich die Repertorien
von C. M. Boger und S. R. Phatak (der Boger ergänzte und weiterführte) bewährt. Am
Beispiel zweier Patientinnen mit Lebererkrankungen soll dies veranschaulicht werden.
Summary
Homoeopathy under clinical conditions responds to different rules. The severity of
many of the diseases often demands fast assessment. We have to face, with mostly multipharmacological
treatment, a paucity of symptoms. Furthermore, homoeopathy has not been established
in German hospitals. These are reasons why the physician has to act within limited
time and energy.
Under these circumstances, it is often reasonable to focus on the actual, often severe
diseases or on the affected organs. In this context, the repertories by C.M. Boger
and S.R. Phatak (who added and complemented Boger), have been found to be useful.
This is shown with two case presentations of patients with liver diseases.
Schlüsselwörter
Lebererkrankungen - multimorbide Patienten - Multimedikation - C. M. Boger - S. R.
Phatak - Homöopathie im Klinikbetrieb
Keywords
Liver diseases - multimorbity - multipharmacy - C.M. Boger - S.R. Phatak - homoeopathy
in clinic